Landsknechtslager

Landsknechtslager
Es nähert sich das Ende des 15. Jahrhunderts. Der Ruhm der geharnischten Ritter auf Pferden erlischt so langsam. Die Ritter, die von ein paar Jahrzehnten von den Satteln ihrer Pferde schlecht gerüstete Infanteristen schlugen, sind heute gegen Infanteristen mit Piken und neuen Schusswaffen machtlos. Es beginnt die Ära der Infanteristen, Söldner die in großen Massen unter der Führung ihrer beliebten Führer kämpfen. Die Landsknechte waren das Gegenteil der eiserner Ritter. Gekleidet in bunt geschnittenen Kostümen, die tatsächlich in allen Farben glänzten, auf den Köpfen große mit farbigen Federn benähte Hüte. Kaum jemand trug eine Rüstung. Die Hauptausrüstung war eine lange Pike, Hellebarde oder Speer. Zum Kampf aus der Nähe verwendeten sie kurze Schwerter genannt Katzbalger und am Gürtel aufgehängte Dolche. Eine weitere beliebte Waffe war das doppelhändige Schwert, mit dem sich ausgewählte Söldner in die feindlichen Reihen durchschlugen. In unser Lager gehören selbstverständlich auch farbige Zelte, schöne Marketenderinnen und ungezwungenes Vergnügen. Würfelspiele, aber hauptsächlich auch Kartenspiele gehören bestimmt zum Armeeleben. Aber auch gutes Essen und Trinken. Die Landsknechte wurden meistens in deutschen Landen geworben und bis zu ihrem Ende etwa in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts kämpften sie unter dem Banner der deutschen Kaiser hauptsächlich in Italien. Auch trotz ihrer kurzen Existenzzeit, dank ihrer außergewöhnlichen Erscheinung schrieben sie sich unlöschbar in die europäische Militärgeschichte ein.


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